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10. Januar 2022

Ein Fremder will mir Geld überweisen - Vorsicht Falle

Was sich im ersten Moment erfreulich anhört, ist in der Regel nichts anderes als ein perfider Fall von Betrug. Dinge, die zu schön sind, um wahr zu sein, sind es meistens nicht. Welche Fallstricke im Internet auf Sie lauern, lernen Sie in diesem Artikel.

Warum Sie sich nicht einfach von fremden Personen Geld schicken lassen sollten

Dass im Internet viele Betrüger darauf warten, andere Menschen finanziell auszunehmen, wissen die meisten Menschen. Fordert Sie darum jemand auf, eine Summe X zu überweisen, reagieren Sie sofort sensibel und riechen den Betrug in den meisten Fällen.

Wenn aber der umgekehrte Fall eintritt und jemand Ihnen Geld schicken will, ist es mit dem Argwohn nicht mehr so weit her. Doch genau da liegt das Risiko für Sie.

Darum lernen Sie hier ein paar Szenarien, die nichts anderes als Betrugsmaschen sind.

Die Masche mit dem Mann im Ausland, der sich gerade in einer Notsituation befindet

Diese Masche ist beliebt im sogenannten Love Scamming. Dieser Begriff steht für Liebesbetrug. In der überwiegenden Zahl der Fälle sind Frauen Opfer dieser Maschen. Die Frauen haben zuvor im Internet einen tollen Mann kennengelernt. Dieser ist beispielsweise

  • US Soldat (hier mehr zu Fake Soldaten)
  • Militärarzt
  • Ingenieur auf einer Ölplattform
  • Autohändler im Im-und Export
  • Kunsthändler spezialisiert auf afrikanische Kunst
  • Seemann auf einem Schiff

Er gerät in eine unverschuldete Notlage und benötigt jetzt finanzielle Hilfe. Weil die Frau angedeutet hat, dass sie kein Geld hat oder keines locker macht, hat er eine Idee. Er erklärt ihr, dass ein Geschäftsfreund oder Bekannter den offenen Betrag übernehmen will, aber aus bestimmten Gründen  nicht direkt an den Mann überweisen kann.

Darum schlägt er vor, dass die unbekannte dritte Person das Geld auf das Konto der Frau überweist und sie es dann weiterleitet. Dieses Vorgehen erscheint der Frau risikolos und sie willigt ein.

Tage später ist das Geld tatsächlich auf ihrem Konto und sie schickt es ins Ausland weiter. Wo ist der Haken fragen Sie sich? Nun, die ganze Geschichte ist ein Fake. Es gibt weder den Mann noch die Notlage.

Das Geld kommt von

  1. einem unbeteiligten anderen Opfer
  2. einem gehackten Konto

Ist es von einem gehackten Konto, wird das Geld einige Zeit später von der überweisenden Bank wieder eingezogen. Die Frau hingegen kann die von ihr getätigte Überweisung nicht mehr rückgängig machen und ihr Geld ist weg.

Falls das Geld von einem anderen Opfer gekommen ist, steht das Risiko im Raum, dass das Opfer den Betrug irgendwann erkennt und Strafanzeige bei der Polizei stellt. In dem Fall hat sich die Frau möglicherweise strafbar gemacht und ist als Finanzagentin in einen Vorschussbetrug verwickelt.

Die Masche mit dem Fake-Auftrag

Sie als Selbständiger erhalten über das Internet einen Auftrag für ein Geschäft. Der vorgebliche Kunde hat eine Bedingung. Er erteilt den Auftrag nur, wenn Sie die für den Auftrag notwendigen Materialien bei einem bestimmten Unternehmen kaufen. Selbstredend bietet der Kunde an, diese Materialien zu bezahlen.

Der Ablauf ist einfach. Der Auftrag hat ein Volumen von sagen wir 7.000 Euro. Dazu kommen 3.000 Euro für das Material. Diese 10.000 Euro treffen tatsächlich kurze Zeit später auf Ihrem Konto ein. Wie vereinbart überweisen Sie nun 3.000 Euro für die Materialien ins Ausland.

Wenige Zeit später stellt sich heraus, dass die 10.000 Euro von einem gehackten Konto oder einer gestohlenen Kreditkarte stammten. Die überweisende Bank zieht daher das Geld wieder ein und die 10.000 Euro sind in dem Fall wieder beim Absender.

Verloren sind allerdings auch die 3.000 Euro, die Sie ins Ausland geschickt haben. Weil Sie diese Überweisung "freiwillig" geleistet haben, ist eine Rückbuchung unmöglich und Ihr Geld verloren.

Der Nebenjob

Sie haben eine Anzeige für einen lukrativen Nebenjob entdeckt? Der vorgebliche Auftraggeber erklärt, für den Job sei ein deutsches Bankkonto nötig, auf dem Zahlungen eingehen. Sie richten ein solches Konto ein und tatsächlich kommen bald die ersten Zahlungen auf Ihr Konto. Ihre Aufgabe ist es, diese Zahlungen unter Abzug einer Provision weiter zu transferieren. Diese Überweisungen gehen dann ins Ausland.

Der Haken: Die eingegangenen Zahlungen basieren entweder auf betrügerischen Hintergründen oder stammen aus illegalen Geschäften wie Drogenhandel oder anderen illegalen Aktivitäten. In der Folge widerrufen die geschädigten Inhaber der betroffenen Konten die gegenständlichen Überweisungen, die zurückgebucht werden.

Das Problem: Der Finanzagent im Nebenjob hat die Summe unter Abzug seiner Provision schon weiter überwiesen und bleibt dann auf der Differenzsumme hängen.

Er ist gleich in zweifacher Weise betroffen. Einerseits ist sein Geld weg, andererseits läuft er Gefahr, ins Visier der Staatsanwaltschaft zu geraten. Das Vergehen lautet mindestens leichtfertige Geldwäsche nach § 261 Abs. 5 StGB.

Die Spende

Jemand meldet sich bei Ihnen über ein Webportal oder Ihre E-Mail-Adresse und behauptet, sehr reich zu sein. Nach kurzer Zeit erfahren Sie, dass die Person nicht mehr lange zu leben hat und Ihnen nun größere Summen spenden möchte. Der kriminelle Betrüger hinter dem Profil suggeriert, Sie seien Begünstigter, weil Sie ein netter Mensch seien.

Die Person fragt nach Ihren Kontodaten und will Ihnen die Zahlung zukommen lassen. Bevor es zur Auszahlung kommt, ist noch eine Gebühr fällig für den Notar, der die Zahlung freigibt. Wer ins Ausland überweist, sieht das Geld niemals wieder und erhält natürlich keine Spende.

Die Erbschaft

Sie erhalten ein Fax oder eine E-Mail-Nachricht von einem angeblichen Rechtsanwalt,  wonach ein entfernter Verwandter aus einem fernen Ort dieser Welt verstorben sei, von dem Sie noch nie etwas gehört haben.

Sie seien Begünstigter, weil Sie der nächste lebende Verwandte seien, den der Anwalt finden konnte. Auf Fragen, wie die Verwandtschaft geartet sei, geht der Anwalt gar nicht ein und liefert keine schlüssigen Antworten.

Da Sie nun der Erbe sind, fragt er nach Ihren Kontodaten, damit er Ihnen die Erbschaft zukommen lassen kann. Er selber erhalte einen Anteil davon. Bevor die Summe überwiesen werden kann, seien allerdings Steuern fällig, die vom Begünstigten zu zahlen sein.

Sie ahnen es schon - wenn Sie nun eine Überweisung tätigen, erhalten Sie keineswegs die angekündigte Erbschaft. Vielmehr sind Ihre überwiesenen Ersparnisse weg.

Vorschussbetrug immer weiter verbreitet

Die Betrüger suchen über die verschiedensten Kanäle nach potentiellen Opfern. Das können die unterschiedlichsten Webseiten sein wie:

  • Instagram
  • Facebook
  • Dating Seiten
  • Kleinanzeigen-Portale
  • Online-Zeitungen mit Anzeigenteil
  • und viele mehr

Beim Online-Betrug gibt es neben den Menschen, deren Konten gehackt werden, eben jene, die die Zahlungen erhalten und weiterleiten. Beim Vorschussbetrug ist es den Tätern egal, ob die betroffene Person durch die illegalen Handlungen in Not gerät.

Wer sich davor schützen möchte, beachtet einige Sicherheitsaspekte zum eigenen Schutz:

  • Kontrollieren Sie Ihre eigenen Kontoauszüge regelmäßig.
  • Wer online Banking nutzt, hält den Kontostand im Auge.
  • Geben Sie niemals Ihre Kontodaten an jemand anderes.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie jemanden im Netz kennenlernen. Selbst wenn das Bild im Profil noch so schön ist, denken Sie daran, dass alle Details und Daten gefälscht sein könnten.
  • Lassen Sie sich nie mit jemandem auf Finanzgeschäfte ein, von dem Sie nur ein Profil auf Facebook oder Instagram oder LinkedIn oder ähnlich vorliegen haben.
  • Glauben Sie zu Ihrem eigenen Schutz nichts, was zu schön ist um wahr zu sein.
  • Vertrauen Sie keinen E-Mails, die Ihnen ein Vermögen versprechen.

Stehen Sie mit einer verdächtigen Person in Kontakt? Detektiv berät Sie

Brauchen Sie Hilfe, weil Sie vor der Frage stehen, ob jemand, den Sie online kennengelernt haben, echt ist oder nicht? Unsere Detektive sind mit Themen dieser Art vertraut. Wir kennen fast jede Betrugsmasche. Durch unseren Service erhalten Sie eine Antwort auf Ihre Fragen. Wir legen den Betrügern das Handwerk. Lassen Sie sich jetzt beraten:

0800 - 11 12 13 14

Kontakt

Quellen: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, Genesis-Online, Datenlizenz by-2-0, eigene Darstellung und Berechnung. Bitte beachten Sie, dass es sich bei den auf dieser Webseite angegebenen Städten nicht um Büros oder Betriebsstätten unserer Detektei handelt. Es sind vielmehr wiederkehrende, einmalige oder zukünftige Einsatzorte. Die dargestellten Fälle dienen als im Einzelfall fiktive Fallbeispiele zur Veranschaulichung von Detektivarbeit. Dieser Hinweis ist ausdrücklich als permanenter Bestandteil dieser Webseite zu verstehen. Er gilt insbesondere auf allen Seiten, auf denen er angezeigt wird.

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