
Autor: Svenja Meismann, Member Board of Directors World Association of Detectives
Fachlich geprüft: Alfons Meismann, Detektiv seit 1968, Detektei Geschäftsführer seit 1973
Immer wieder gelingt es Betrügern, durch raffinierte Methoden das Vertrauen ahnungsloser Menschen zu erschleichen und hohe Summen Geldes zu ergaunern. Eine perfide und finanziell verheerende Masche, die aktuell kursiert, ist der Fake-Werksverkauf von hochwertigen Fahrzeug-Marken wie Porsche, Audi, Mercedes-Benz oder BMW. Dieser Artikel klärt Sie über die Vorgehensweise der Täter auf und gibt Ihnen konkrete Schutzmaßnahmen an die Hand.
Der Betrug beginnt in der Regel mit einer professionell gestalteten E-Mail, die auf den ersten Blick täuschend echt wirkt. Die Absenderadresse scheint von einem offiziellen Händler oder sogar direkt vom Automobilkonzern zu stammen.
Die Täter verwenden Domains, die den Markennamen enthalten, ergänzt durch scheinbar offizielle Zusätze wie „approved“, „authorised“, „verkauf“ oder „factory-sale“. Beispiele anhand der Marke Porsche wären Domains wie porsche-approved-verkauf.de oder porsche-flotte.de oder porsche-salesteam.de. Diese sollen Seriosität vorgaukeln und beim Empfänger Vertrauen wecken.
Der Inhalt der E-Mail ist bewusst knapp und geschäftsmäßig gehalten, um nicht zu viele Details preiszugeben, die als Fehler auffallen könnten. Eine typische Betrugs-E-Mail könnte folgenden Wortlaut haben:
Betreff: Aktuelle Werkswagen – Direktinformation
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir freuen uns, Ihnen heute ein besonderes Angebot unterbreiten zu dürfen. Wir bieten Ihnen die Gelegenheit, aus einer Auswahl von Leasingrückläufern der letzten Modelle zu wählen – Fahrzeuge, die nach unserem strengen Porsche 111 Punkte Plan geprüft wurden.
Jedes Fahrzeug in unserem Angebot erfüllt höchste Qualitäts- und Zuverlässigkeitsstandards. Die umfassende Inspektion gemäß dem Porsche 111 Punkte Plan garantiert, dass jedes Detail in einwandfreiem Zustand ist – so können Sie sicher in Ihr neues Fahrzeug investieren.
Nutzen Sie diese exklusive Gelegenheit, um sich eines dieser außergewöhnlichen Fahrzeuge zu sichern. Unsere Leasingrückläufer überzeugen nicht nur durch ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern auch durch modernste Technologien und das unverwechselbare Fahrgefühl eines Porsche.
Im Anhang finden Sie den aktuellen Porsche-Gebrauchtwagenkatalog.
Unser Verkaufsleiter, Christian von S…, berät Sie gerne persönlich, um gemeinsam mit Ihnen die optimale Lösung zu finden.
Bei Fragen oder weiterem Informationsbedarf erreichen Sie uns per E-Mail unter verkauf@porsche-salesteam.de oder telefonisch unter +49 (711) 286…
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.
Auffällig ist hier die Angabe einer Telefonnummer, die oft der echten Vorwahl des Konzernstandorts (in diesem Beispiel Stuttgart für Porsche) ähnelt, aber leicht abgewandelt ist. Ein kurzer Check auf der offiziellen Website des Herstellers würde allerdings offenbaren, dass es Diskrepanzen gibt.
Der angehängte PDF-Katalog stellt den eigentlichen Köder dar. Darin finden sich hochauflösende Fotos von aktuellen, begehrten Modellen der Premiummarke. Angeblich sind es Vorführmodelle, Werkswagen oder Sonderangebote.
Das Verlockende: Die Preise sind deutlich unter dem marktüblichen Niveau angesetzt. Ein Fahrzeug, das beim Händler 120.000 Euro kosten würde, wird hier vielleicht für 85.000 Euro angeboten. Dieser scheinbar unschlagbare Vorteil soll potenzielle Käufer dazu verleiten, ihre sonstige Vorsicht außer Acht zu lassen.
Melden Sie sich auf die E-Mail, kommt es schnell zu einem Telefonat mit dem angeblichen Vertriebsmitarbeiter. Der Ansprechpartner wirkt kompetent, beantwortet Fragen scheinbar fachkundig und drängt oft auf eine schnelle Entscheidung, da das Angebot aufgrund des hohen Interesses nur kurzfristig verfügbar sei.
Es folgt die Zusendung eines Kaufvertrags. Dieser Vertrag ist ebenfalls professionell layoutet, enthält Logos und scheint alle rechtlichen Standards zu erfüllen. Der entscheidende Punkt – die Bankverbindung ist nicht identisch mit der tatsächlichen Bankverbindung des Konzerns. In der Hektik und Vorfreude auf das Schnäppchen übersehen dies viele Opfer.
Nach Unterzeichnung des Vertrags wird eine Anzahlung oder sogar die gesamte Summe – die schnell im fünf- oder sogar sechsstelligen Bereich liegen kann – auf ein angegebenes Bankkonto überwiesen. Die Täter nennen oft Gründe wie die anstehende Ummeldung oder die Reservierungsgebühr. Das Konto gehört jedoch nicht zum Konzern, sondern zu einer Briefkastenfirma oder einer Person, die ihre Identität preisgegeben hat.

Erst wenn der Käufer versucht, einen Abholtermin zu vereinbaren, oder am vereinbarten Datum beim Händler auftaucht, um sein Fahrzeug in Empfang zu nehmen, wird die Täuschung offensichtlich.
Der echte Händler hat keine Kenntnis von einem Verkauf, und die angegebene Telefonnummer der Betrüger ist nicht mehr erreichbar. Das Geld ist zu diesem Zeitpunkt meist bereits abgehoben und über verschiedene Konten verschoben (sogenanntes "Money Muling") und damit für die Opfer in vielen Fällen unwiederbringlich verloren.
Neben der beschriebenen Vorgehensweise gibt es weitere Varianten und Warnsignale:
Was tun, wenn Sie betroffen sind?
Sollten Sie Opfer eines solchen Betrugs geworden sein oder einen entsprechenden Verdacht haben, handeln Sie umgehend:
Stehen Sie mit einem Verkäufer in Verbindung und wollen „auf Nummer Sicher gehen“? Dann sprechen Sie mit uns und lassen sich informieren, wie Ihnen unsere Detektei helfen kann.
02369 – 20 300
Quellen: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, Genesis-Online, Datenlizenz by-2-0, eigene Darstellung und Berechnung. Bitte beachten Sie, dass es sich bei den auf dieser Webseite angegebenen Städten nicht um Büros oder Betriebsstätten unserer Detektei handelt. Es sind vielmehr wiederkehrende, einmalige oder zukünftige Einsatzorte. Die dargestellten Fälle dienen als im Einzelfall fiktive Fallbeispiele zur Veranschaulichung von Detektivarbeit. Dieser Hinweis ist ausdrücklich als permanenter Bestandteil dieser Webseite zu verstehen. Er gilt insbesondere auf allen Seiten, auf denen er angezeigt wird.