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2. September 2021

Todkranke auf Instagram will Geld verschenken – Vorsicht Betrug

Lesedauer: 5 Minuten

Kriminelle Menschen nutzen heutzutage soziale Netzwerke wie Instagram oder Facebook sowie Messenger-Dienste wie

  • Signal,
  • Telegram
  • oder WhatsApp

für ihre betrügerischen Lügen und Manipulationen. So gibt es hier beispielsweise viele Formen von dem bekannten Kreditbetrug auf Facebook oder Instagram, auf die viele Nutzer reinfallen.

Recht ähnlich läuft eine aktuelle Masche ab, die inzwischen neben den sozialen Netzwerken auch die Messengerdienste erreicht hat. Bei diesem betrügerischen System versuchen die Kriminellen an das Geld der Nutzer zu kommen. Hierfür locken sie die späteren Opfer mit dem Versprechen, dass die Nutzer eine hohe Summe Geld gespendet erhalten sollen.

Eine solche Nachricht kommt direkt von einem vermeintlich anderen Nutzer, wobei der Täter dem ahnungslosen anderen Anwender sofort den Grund für jene Großzügigkeit liefert. Angeblich ist diese Person ist unheilbar krank und möchte, dass sein Vermögen entsprechend in gute Hände gelangen kann.

Vorschussbetrug bei der Schenkung des Erbes

Die betrügerische Masche, die hinter diesem Vorgehen steckt, nennt sich Vorschuss- oder Vorauszahlungsbetrug. Genauso wie andere Betrugsmaschen ist oft die berüchtigte Nigeria-Connection der Drahtzieher des Verbrechens.

In den vermeintlichen Mails oder Nachrichten via soziale Netzwerke erfindet der Betrüger alle möglichen Geschichten, um dem Empfänger dieser Mail oder dem Nutzer bei Facebook oder Instagram glaubhaft zu machen, er würde von diesem eine Menge Geld erhalten.

Nicht selten locken die Gauner mit Geldbeträgen im Millionenbereich, manchmal jedoch nur im sechsstelligen Bereich, wie dieses aktuelle Profil von Instagram belegt, von dem wir einen Screenshot hier veröffentlichen. Sie sehen darin: Die Todkranke auf Instagram will Geld verschenken.

Profil eines Betrügers auf Instagram.

 

Von diesen Profilen gibt es alleine bei Facebook und Instagram Tausende. Die Namen sind frei erfunden, die Bilder schlichtweg gestohlen. Die angeblich kranken Menschen sind mal Franzosen, in anderen Fällen Spanier oder haben eine andere Nationalität. Selten geben sie sich als Deutsche aus, denn dann würde der spätere Trick mit den Gebühren für einen vorgeblichen Notar nicht so gut funktionieren. Der Beschenkte könnte ja einfach den deutschen Notar anrufen und das gilt es zu vermeiden.

Bevor der Empfänger der angeblichen Schenkung das Geld des noblen Spenders oder der noblen Spenderin erhält, gibt es allerdings noch einige Hürden, die der ahnungslose Nutzer nehmen muss. Erst danach kann man das Geld auf das Konto des Empfängers übertragen. Und da lauert der Betrug.

Üblicherweise muss der Geldempfänger hierbei in eine hohe finanzielle Vorleistung treten und beispielsweise

  • Anwaltskosten,
  • Gebühren für Steuern
  • oder Tickets

vorab bezahlen. Hier kommen dann sehr schnell einige tausend Euro zusammen. Aber was sind für den Nutzer schon 2000 Euro, wenn dieser 650.00 Euro oder sogar 1,5 Millionen Euro bekommen soll?

Oftmals bleibt es nicht bei diesen ersten Gebühren. Wenn nun die Falle zugeschnappt ist, werden meistens noch weitere Kosten fällig, die der Empfänger tragen soll. Schließlich hat der Nutzer schon 2000 Euro investiert. Diese möchte er natürlich nicht verlieren und zahlt in der Folge immer weiter.

Dazu kommt noch der Umgang mit den persönlichen Daten des vermeintlichen Geldempfängers, die während der Aktion an die Betrüger zu übermitteln sind. Dies können besonders sensible und private Daten wie Personalausweisnummer, Ausweiskopie, Zeugnisse oder die Bankdaten sein.

Manchmal soll das Opfer auch ein Konto bei einer Online-Bank anlegen, das später von den Tätern gekapert wird, um damit Schindluder in anderen Betrugsfällen zu treiben. Diese Daten und Zugänge verwenden die Verbrecher oftmals gern später ungerechtfertigt weiter.

Mit ähnlichen vorher ergaunerten Daten und Dokumenten versuchen die Verbrecher, sich dann gegenüber dem möglichen Opfer als seriös hinzustellen.

Das bekannte Beispiel der Spende von Marvis Wanczyk

Bekannt sind bei vielen Nutzern vor allem Fake-Mails unter dem falschen Namen von Marvis Wanczyk. So wurde in der Vergangenheit der Name Marvis Wanczyk sehr häufig missbräuchlich benutzt.

Die eigentliche Person mit diesem Namen Marvis Wanczyk gibt es jedoch in der Tat und sie hat im Jahre 2017 den höchsten Einzelgewinn in Höhe von 758,7 Millionen Dollar in der Lotteriegeschichte von Amerika abgeräumt. Hierdurch wurde dieser Mann dann über Nacht um insgesamt 336 Millionen Dollar reicher.

Die Kriminellen nutzen diese Bekanntheit von Marvis Wanczyk und erstellen besonders viele Fake-Profile auf den öffentlichen Plattformen. Im Anschluss nehmen die Betrüger dann Kontakt mit vielen Menschen auf und erklären, dass Marvis Wanczyk angeblich einen Teil des Gewinns verschenken will. Doch dies ist in Wirklichkeit nicht der Fall.

Wenn die Nutzer nun Nachrichten auf Facebook oder Instagram im Namen von Marvis Wanczyk erhalten, in der es um eine Spende geht, weil dieser krank ist, handelt es sich um einen Betrug, bei dem die Täter einfach den Namen missbräuchlich verwenden.

Auffällig ist, dass die Schreibweise dieses Namens oftmals von der eigentlichen abweicht. Kontakt nehmen die Betrüger mit den ahnungslosen Nutzern per Facebook, Instagram oder einfach per E-Mail auf.

Warum sollten die Betroffenen nicht auf diese Nachrichten antworten?

Die Kriminellen, die die Nutzer im großen Stil anschreiben, wollen in Wirklichkeit kein Geld an diese verschenken. Im Gegenteil: solche Verbrecher wollen an das Geld der Nutzer kommen. Nachdem das Opfer auf die Nachrichten bei Facebook oder Instagram geantwortet hat, erhalten diese eine Information, dass das Geld derzeit auf irgendwelchen Bankkonten liegt.

Um nun an das Geld auf dem Konto heranzukommen, sollen

  • Notare,
  • Bank
  • und weitere Personen

für ihre Dienste in diesem Vorgang bezahlt werden. Jene Bezahlung sollen die Anwender dann übernehmen. Mit einer solchen getätigten Überweisung ist das Geld dann in aller Regel weg. Eine derartige Überweisung erfolgt meistens auf ein ausländisches Konto, mitunter auch per Bitcoins oder auf ein Konto unter einer gehackten Identität beispielsweise bei N26. Lesen Sie dazu, welche Fallen lauern, wenn man ein Konto bei N26 eröffnen soll.

Nimmt der Nutzer dieses falsche Angebot an, bekommt er recht schnell ein amtlich aussehendes Dokument zugeschickt. Das Aussehen dieser Dokumente kann stark variieren, doch enthalten diese Papiere immer einen speziellen Punkt: Der Nutzer soll nun sofort zahlen!

Um an das Geld zu gelangen, muss der Anwender einen angeblichen Anwalt oder Notar kontaktieren, der diesem ein Pseudo-Dokument zuschickt. In diesem steht, dass er eine bestimmte Summe in Höhe von einigen Hundert Euro oder mehr auf ein Konto im Ausland als Verwaltungs- und Sicherheitskosten überweisen muss.

Es handelt sich hierbei jedoch um Vorschussbetrug: Nach dieser Überweisung hört der ahnungslose Nutzer nie wieder etwas von besagtem Anwalt oder der kranken Person. Meistens verschwinden diese Profile von Facebook und auch die E-Mail-Adresse wird gelöscht, das Geld ist dann weg. In zahllosen Fällen allerdings folgen alternativ weitere Forderungen.

Wie beim allseits bekannten online Heiratsschwindel, dem Romance Scam, ist eine solche Geschichte der sterbenskranken Frau lediglich ein Vorwand, um Gefühle beim Nutzer auszulösen und diesen gefühlsbetont zu verhaften.

Dabei soll bei dem Nutzer mithilfe der Fake Profile im Internet der Eindruck erweckt werden, dass die Frau oder der Mann in der Tat nur noch wenige Wochen zu leben hat. Wenn das Opfer dann auf dieses Geldangebot eingeht, entpuppt sich dieses als Forderung, bei der schon bald Gebühren fällig sind oder weitere Verbindlichkeiten entstehen, welche das Opfer vorher bezahlen soll.

Bei derartigen Nachrichten handelt es sich immer um eine Art von Vorschussbetrug. Diese Form des Betrugs gibt es schon recht lange.

Maßnahmen, um sich vor den Betrugsanfragen zu schützen

Bei dubiosen

  • Erbschaften,
  • Schenkungen
  • oder Geldangeboten

auf Facebook, Instagram und Co können die Nutzer fast immer sicher sein, dass hier Betrüger am Werk sind.

Um dem Betrug mit falschen Profilen auf Facebook oder Instagram vorzubeugen, sollten User soweit möglich die Privatsphären-Einstellungen so ändern, dass Freundeslisten nie öffentlich gezeigt werden. Neue Freundschaftsanfragen sollten erst nach persönlicher Absprache mit diesem Kontakt angenommen werden.

Zugleich sollte der Nutzer nicht auf unerwartete SMS antworten, deren Absender er nicht kennt und keine Geheimzahlen von Kreditkarten weitergeben.

Niemand sollte ein Konto eröffnen und anderen Personen Zugang dazu gewähren. Auch sollte niemand seine Ausweisdokumente an dritte Personen weiterleiten.

Überdies sollte ein Nutzer niemals Geld an Fremde überweisen, die er aus dem Internet kennt – ganz egal aus welchem Grund. Es gilt stets Vorsicht bei Instagram-Bekanntschaften walten zu lassen. Wenn eine Todkranke auf Instagram Geld verschenken will, sollte jeder Vorsicht walten lassen.

Im Zweifel kann ein Privatdetektiv unserer Detektei Ihnen dabei helfen, die Wahrheit zu erfahren. Der Privatdetektiv kann für Sie eine Internetbekanntschaft überprüfen und feststellen, was wirklich Sache ist.

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