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1. Juli 2016

Liebesbetrügerinnen zocken deutsche Männer ab

Lesedauer: 6 Minuten

Nachdem die Heiratsschwindler - neuerdings bekannt als Romance Scammer aus Afrika - schon lange "auf dem Markt" sind, ziehen die Frauen immer schneller hinterher.

Die meisten von ihnen sitzen in Afrika. Hauptsächlich finden sie sich in Ghana oder Nigeria. Aber auch Frauen aus Russland, Malaysia und anderen sehr fernen Ländern gehen auf Männerfang.

Das Ziel: Männer finanziell ausbluten zu lassen. Die Maschen der Frauen sind denen der Männer ziemlich ähnlich. Wie aber kommen die Betrügerinnen in Kontrakt mit ihren späteren Opfern?

Männer werden mit schönen Profilen gelockt

In der Regel melden sich die Betrügerinnen unter einem falschen Namen bei sozialen Netzwerken an. Oder sie buchen einen kostenfreien Account bei einer der vielen Partnerbörsen. Die Profile werden dann noch mit gestohlenen Bildern garniert - natürlich alles ansprechende Bilder. Jedes dieser Profile ist sofort ein Blickfänger.

So finden Sie beispielsweise auf Tinder russische Profile von zahllosen bildhübschen Frauen, die allesamt nur zum Zweck des Betrugs angelegt wurden. Gleiches gilt für alle anderen denkbaren Webseiten.

Im nächsten Schritt werden Freundschaftsanfragen bei Facebook oder Kontakt-Mitteilungen bei den verschiedenen Partnerbörsen rausgeschickt. Das geschieht in sehr hoher Stückzahl. Sinn und Zweck ist es, dass zumindest ein kleiner Bruchteil der angeschriebenen Männer darauf reagiert.

Antwortet der Mann hängt er wie ein Fisch am Haken

Ist ein Mann auf die Lockvogel-Mitteilung eingegangen, hat die Betrügerin ihn erst einmal an der Angel. Schnell erklärt sie ihm, dass sie nicht mehr lange in der Partnerbörse sein wird oder sich bei Facebook abmelden möchte. Ziel ist es, nun die E-Mail Adresse oder die Handy Nummer des Mannes zu bekommen. Darüber soll der weitere Kontakt erfolgen.

Der Grund für dieses Vorgehen ist ganz einfach: Über kurz oder lang wird der Betrüger auf Facebook oder anderen Portalen möglicherweise gesperrt. Das führt dann dazu, dass der wertvolle Kontakt verloren wäre. Das soll um jeden Preis verhindert werden. Also gilt das Hauptaugenmerk der E-Mail-Adresse oder einer anderen Kontaktmöglichkeit des Mannes. Hat sie diese erst einmal, kann sie den Kontakt ausbauen.

Die Frau drängt sich in den Alltag des Mannes

In der Folge werden immer mehr Nachrichten ausgetauscht. Die Frauen schwärmen von dem Mann auf der anderen Seite und stellen ihm eine gemeinsame Zukunft in Aussicht. Nun darf man nicht außer Acht lassen, dass die Damen sich regelmäßig Fotos von sehr ansehnlichen Geschlechtsgenossinnen aussuchen. Diese haben sie zuvor frech im Internet gestohlen.

Für das Beschaffen von Fotos geeigneter Frauen bieten sich den Betrügern ungeahnt viele Möglichkeiten. Auf Instagram finden sich genau wie auf Facebook oder Flickr und vielen Seiten mehr Millionen von Fotos. Diese muss man als Betrügerin nur runterladen und für das eigene Profil nutzen. Es merkt erst einmal niemand. Und wenn doch, kann sich die Person auf den Bildern kaum wehren.

Die Frauen schwärmen von den deutschen Tugenden

Die Damen geben immer an, aus fernen Ländern zu kommen. Aber sie wüssten die Vorzüge deutscher Männer zu schätzen. Bei ihnen daheim wären die Männer alles Idioten. Darum suchen sie einen deutschen Mann. Wir müssen nicht betonen, dass sich das Wort Deutscher beliebig ersetzen lässt durch Schweizer, Österreicher, Niederländer, Däne und so weiter.

Gerne nutzen die Betrügerinnen entweder Fotos von amerikanischen Soldatinnen oder von gut aussehenden Damen, die sich auch mal freizügig zeigen. Letztlich wird die Wahl der Fotos auch davon bestimmt, über welche Webseite man auf Männerfang geht. Wer also auf einer sehr schlüpfrigen Seite unterwegs ist, wird eher Fotos mit extrem leichter Bekleidung erwarten. Bewegt man sich auf einem Portal bibeltreuer Christen, dann ist Freizügigkeit nicht gefragt. Ein züchtiges Erscheinungsbild zieht dann deutlich mehr.

Schnell werden die Damen fixer Bestandteil des Alltags der Männer. Und immer wird die gemeinsame Zukunft in prächtigsten Farben ausgemalt. Blühende Zeiten werden in den Kopf der arglosen Männer projiziert. La vita è bella, wie der Italiener sagt: Das Leben ist schön. Und es könnte gemeinsam noch viel schöner werden. Irgendwann glauben es die Männer.

Wie aber kommen die Frauen an das Geld der Männer?

Wer sich nun fragt, was kann schon passieren, wenn ein Mann mit einer Frau chattet? Das ist doch harmlos und ungefährlich. Nun, es ist so lange harmlos, bis der Mann eine emotionale Bindung zu der unbekannten Frau am anderen Ende der Welt aufgebaut hat. Er fühlt sich zu ihr hingezogen, obwohl er sie nie gesehen hat. Durch die fortwährenden Nachrichten per E-Mail, WhatsApp, Messenger oder auch per Handy (natürlich auf seine Kosten) wurde eine scheinbare Beziehung aufgebaut.

Die Ideen um ans Geld zu kommen sind vielfältig

Dann kommt der Tag, an dem die Damen Geld brauchen. Das kann Tausend Gründe haben. Ein Unfall, eine Geschäftsgelegenheit, eine Krankheit, eine Steuernachzahlung, die Kosten für den Flug nach Deutschland und so weiter. Diese Forderungen kommen meist unmittelbar, nachdem man sich geeinigt hat, dass die Dame endlich nach Deutschland zu ihrem Schatz und Helden kommt. Irgendetwas passiert oder ergibt sich dann. Und was liegt näher, als dass der zukünftige Ehemann kurz mit Geld aushilft. Natürlich bekommt er es alles zurück, sobald sie nach Deutschland kommt.

Und weil der Mann ein gutes Herz hat, will er natürlich helfen, wo er kann. Es ist ja nur kurz und er bekommt es ja zurück. Also überweist er das Geld nach Ghana oder Nigeria. Das geht in bar per Western Union oder Money Gram. Natürlich ahnt er nicht, dass er sein Geld nie wieder sehen könnte. Denn so sicher wie der Papst katholisch ist, bekommt er es nicht zurück.

Lügengeschichte einer Heiratsschwindlerin wie aus 1001 Nacht

Nun ist es für sie nicht so einfach, die 40 Kilogramm Gold außer Landes zu bringen. Die Einfuhrbedingungen nach Italien seien sehr ungünstig, Für das Gold müssten hohe Steuern gezahlt werden. Die hätte sie aber nicht.

Dann kommt die geniale Idee, man könnte das Gold doch auf den Namen des Mannes umschreiben. Er als Deutscher muss für die Einfuhr nach Deutschland viel weniger Steuern zahlen. Also schickt man nun schnell Zertifikate übe die Echtheit an den Mann nach Deutschland. Dann wird ein Konto auf den Namen des Mannes bei einer angeblichen Internetbank eröffnet. Über diese kann man den Goldtransfer nach Deutschland veranlassen. Dafür erhält er auch Besitzzertifikate.

Für den Transfer des Goldes werden Gebühren fällig

Die Gebühren für diesen Transfer müsste freilich der Mann vorlegen. Aber das wäre ja nur eine Formalität. Immerhin sei das Gold schon auf seinen Namen umgeschrieben. Wie zum Beweis kann er sich auf einer Webseite der Bank im Internet einloggen. Dort taucht dann nach Eingabe der Account-Nummer der Name des Mannes auf und siehe da, dort ist "bestätigt", dass er nun Besitzer von Gold im Wert von gut 1,5 Millionen Euro ist. Da kommen doch schnell Frühlingsgefühle auf.

Jetzt muss nur noch schnell die Gebühr bezahlt werden und schon sind die Formalitäten erledigt. Sicher, die dafür fälligen 45.000 Euro sind kein Pappenstiel, aber was sind schon 45.000 Euro im Vergleich mit 1.500.000 Euro? Also zahlt der Mann das Geld in verschiedenen Tranchen per Western Union in bar nach Afrika. Überweisen von Bank zu Bank geht  nicht, denn dann wären die Steuern, die für das Gold zu zahlen wären, schlichtweg zu hoch. Also bleibt nur der Weg der Bar-Überweisung per Western Union. Aber das ist ja schließlich absolut sicher. Um aber nicht ins Visier der Steuer zu kommen werden kleinere Einzelbeträge eingezahlt.

Wurde das Geld überwiesen, kommen sofort per E-Mail die Zertifikate, dass der Mann nun der Besitzer des Goldes ist. Unglücklicherweise treten dann aber doch noch Probleme auf. Irgendeine Zoll-Formalität oder was auch immer muss noch erledigt werden. Dafür sind weitere 10.000 Euro notwendig.

Irgendwann kommen Zweifel an der Geschichte

Es kommt der Tag, an dem der Mann aus Hamburg Zweifel an der Geschichte bekommt. Er entschließt sich, die Frau überprüfen zu lassen. Ein spezialisierter Privatdetektiv für Hamburg stellt fest, dass die Bilder alle zu einem italienischen Porno-Sternchen gehören. Dieses Mädel ist allerdings ganz sicher nicht in Afrika, sondern aktuell in Italien. Die Fotos finden sich auf verschiedenen Portalen im Internet. Außerdem sind die Fotos schon mehrfach für Betrügereien genutzt worden. Der Kunde der Detektei ist entsetzt. Er spricht "seine Frau" im fernen Ghana sofort darauf an.

Die Lügner sind um Ausreden nicht verlegen

Doch diese Betrügerin ist auf so eine Situation perfekt vorbereitet. Nein, die Ermittlungen der Detektei seien nicht falsch. Aber eben auch nicht ganz richtig. Die nackte Frau auf den Bildern sei nämlich gar nicht sie. Vielmehr sei das ihre Zwillingsschwester. Sie habe diese nie erwähnt, weil jene das schwarze Schaf der Familie sei. Damit gehe man besser nicht hausieren. Und all die verwerflichen Fotos seien natürlich von besagter Zwillingsschwester. Eine Schande sowas; ach ja, wann kommen denn eigentlich die 10.000 Euro? Diese seien nun sehr wichtig, nicht dass der Zoll das Gold noch beschlagnahmt.

Die Geschichte wird so lange fortgesponnen, wie der Mann bezahlt. Das Gold? Das gibt es natürlich nicht und hat es auch nie gegeben. Die Zertifikate? Wertlos, mit Photoshop am PC erstellt. Die Webseite der Bank mit dem Konto auf den Namen des Opfers? Mit einem Webseiten-Baukasten in weniger als 1 Stunde selbst am PC erstellt. Die Bank ist fraglos nicht existent.

Was bleibt? Ein enttäuschtes Opfer. Gedemütigt. Vielleicht nun verschuldet. Beraubt jeglicher Illusionen.

Was lernen Männer daraus?

Nie einer fremden Frau, die man nicht persönlich gesehen hat und von der man nichts weiß, Geld überweisen. Noch besser - gar nicht erst mit Damen aus fernen Ländern chatten. Warum sollte die üppige Blondine mit dem tollen Erscheinungsbild auch gerade den Otto-Normal-Verbraucher aus Deutschland mit seinem kleinen Bierbauch als Mann ihrer Träume auserkoren haben?

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Quellen: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, Genesis-Online, Datenlizenz by-2-0, eigene Darstellung und Berechnung. Bitte beachten Sie, dass es sich bei den auf dieser Webseite angegebenen Städten nicht um Büros oder Betriebsstätten unserer Detektei handelt. Es sind vielmehr wiederkehrende, einmalige oder zukünftige Einsatzorte. Die dargestellten Fälle dienen als im Einzelfall fiktive Fallbeispiele zur Veranschaulichung von Detektivarbeit. Dieser Hinweis ist ausdrücklich als permanenter Bestandteil dieser Webseite zu verstehen. Er gilt insbesondere auf allen Seiten, auf denen er angezeigt wird.

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